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ZORROS BAR MIZWA

An der Klagemauer oder im Rampenlicht einer Showbühne, im Zorro-Kostüm oder Designerkleid, streng oder ausgelassen: die Schwelle in die Gemeinschaft der Erwachsenen lässt sich auf verschiedenste Weise überschreiten.

Der Film begleitet vier 12-jährige Jugendliche - Sharon, Tom, Moishy und Sophie - bei den Vorbereitungen auf ihre Bar Mizwa bzw. Bat Mizwa. Er wirft einen kritisch-ironischen Blick auf jüdische Tradition und ihre Inter-pretationen, stellt die Frage nach der Bedeutung von Initiationsritualen und versucht, sich dem schwierigen Terrain der Adoleszenz mit der Kamera anzunähern.

DVCam/35mm - 90’ – 1:1,85
Dolby Digital - OV german / english / hebrew
subtitles: german, english, french

a film by Ruth Beckermann
cinematography Nurith Aviv, Leena Koppe, André Wanne
sound Günther Tuppinger, Stefan Holzer
editing Dieter Pichler, Thomas Woschitz
with Tom Sattler, Moishy Ortner, Sharon Mamistvalov, Sophie Landesmann, André Wanne, and many others...

premiere 10.3.2006, Paris, Cinéma du Réel
cinema release 15.12. 2006, Votiv Kino, Vienna
festivals Viennale, Paris, Buenos Aires, Chicago, L.A. etc.

ZORROS BAR MIZWA folgt einer komplex verdichteten Dramaturgie, die religiöses Zeremoniell mit Problemen des Erwachsenwerdens und Fragen der Repräsentation ver- schränkt. Er begleitet Tom, Sharon, Moishy und Sophie, vier Zwölfjährige in Wien, die sich auf ihre Bar Mizwa , bzw. Bat Mizwa vorbereiten. Neben dem Oberrabbiner und dem Kantor kommt dabei auch dem Filmemacher André Wanne eine ganz besondere Rolle zu: Er verewigt je nach Wunsch und Budget der Familie, die Feierlichkeiten oder dreht Clips mit den Teenagern, in denen sich diese nach Lust und Laune selbst in Szene setzen können.
Ruth Beckermanns neue Arbeit ist der geglückte Versuch, einen neuen Blick, eine neue Perspektive zu finden: einen Film zu machen nicht über die Vergangenheit, sondern die Zukunft.
MICHAEL OMASTA, Falter Nr. 50/2006

BAR MIZWA und BAT MIZWA
Die Bar Mizwa ist eine religiöse und familiäre Feier, die aus drei Teilen besteht: Vorbereitung – religiöse Zeremonie – Familienfest. Diese drei Etappen entsprechen der dreiteiligen Struktur der Übergangsriten, wie sie von Anthropologen definiert wurden: Trennung – Rückzug oder Absonderung – Reintegration. Die Bar Mizwa kann man als Kunst des Knotenlösens bezeichnen.
Sie ermöglicht den Jugendlichen, sich von ihren kindlichen Bindungen an die Eltern zu lösen, um sich als Teil eines größeren Systems zu fühlen.
MARC-ALAIN OUAKNIN, FRANCOISE-ANNE MÉNAGER: Bar-Mitsva. Un livre pour grandir; Paris 2005

Alles, was in der jüdischen Gasse passiert, bietet Stoff für meine Arbeit, angefangen von Beschneidungen über Bar Mizwas und Bat Mizwas bis zu Hochzeiten oder Geburtstagen. Es gibt auch viele verschiedene Gruppen, die alle ihre spezielle Art zu feiern haben. Bucharische Juden etwa feiern eher traditionell, bei den georgischen Juden steht oft der Schalacho, ein traditioneller Tanz, im Mittelpunkt und österreichische Juden lieben den Walzer. Dass ich mich immer wieder auf Neues einstellen muss, macht meine Arbeit so interessant und abwechslungsreich. Ich selbst liebe die ausgelassenen Feste der sephardischen Juden. Für diese Feste fertige ich schon im Vorfeld Videoclips an, die dann Teil der Feier sind.
ANDRÉ WANNE über seine Arbeit als Bar Mizwa-Filmer

Die durchaus mit Leidenschaft produzierten Arbeiten Wannes sind in Ruth Beckermanns neuem Dokumentarfilm Zorros Bar Mizwa Beleg dafür, wie mannigfaltig jüdisches Leben und dessen Selbstrepräsentation in Wien aussehen kann. Sie zeigen aber auch, welche hybriden Formen diese Tradition mitunter annimmt: Die Einbeziehung von Zorro, einem Helden aus der Populärkultur, ist dafür vielleicht das deutlichste Beispiel. Dass der Sinn dieses Initiationsritus deshalb nicht gleich hinter dem Spektakel verschwinden muss, ist eine der Einsichten des Films.
DOMINIK KAMALZADEH, Der Standard, 17./18.10.2006

... Thora-Lesung im Gangsta-Rapper-Rhythmus
JOACHIM SCHÄTZ, Falter Viennale Special, Oktober 2006

Ein gelungenes Porträt über die Bedeutung und den individuellen Umgang mit Religion und Tradition im Zeitgeist maskierter Leinwandhelden und Barbie-Puppen-Ideale.
JÜRGEN BELKO, celluloid Nr. 1/2007

ZORROS BAR MITZVA is, possibly, a film more about representation than about religion. I am interested in questions such as: How do people represent themselves? How do they interact within the family? How do they want to be seen? All this is very important when one holds such a celebration.
RUTH BECKERMANN in conversation with KARIN SCHIEFER/AFC news





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