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RUTH BECKERMANN

Ruth Beckermann arbeitet seit 40 Jahren als Dokumentarfilmerin. Aus durchaus persönlicher Sicht reflektiert sie in ihren Werken über Geschichte und Gegenwart wie auch über das ambivalente Verhältnis zwischen Österreichertum und Jüdischsein, vom ersten eigenen Regiefilm Die papierene Brücke bis zuletzt dem Meisterwerk Die Geträumten. Was sie einmal über eine ihrer künstlerischen Wahlverwandten – Chantal Akerman – geschrieben hat, gilt programmatisch auch für Beckermann selbst: »Sie flüchtet sich nie in experimentelle Spielereien. Hinter ihren Filmen steht eine Autorin, welche das Bedürfnis hat, ihre Zeit auszudrücken.«
 
Ihre Filme erzählen von Arbeitskämpfen (Auf amol a Streik), einer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und der Habsburger Monarchie (Die papierene Brücke), von der Konfrontation der Kriegsgeneration mit den Verbrechen der Wehrmacht (Jenseits des Krieges), von freiwilligen wie unfreiwilligen Reisebewegungen auf dem europäischen Kontinent (Those Who Go Those Who Stay) oder zuletzt von der tiefgreifenden Liebesbeziehung zweier großer Dichter, Paul Celan und Ingeborg Bachmann, im Wien der Nachkriegszeit (Die Geträumten).
 
Das vorliegende Buch stellt Ruth Beckermann und ihr vielfältiges Schaffen erstmals vor. Es versammelt Originalbeiträge von Bert Rebhandl, Ina Hartwig, Georg Stefan Troller, Olga Neuwirth, Christoph Ransmayr, Cristina Nord, Armin Thurnher, Christa Blümlinger, Jean Perret und Alice Leroy sowie seltene Fotos, Dokumente und eine kommentierte Filmografie. Eine Auswahl ihrer eigenen (Film-)Texte – z.B. über ihr aktuelles Projekt zum „Fall Kurt Waldheim“ – und ein ausführliches Gespräch der Herausgeber mit der Filmemacherin beschließen den Band.





RUTH BECKERMANN Alexander Horwath, Michael Omasta (Hg.) Seiten: 191
100 Fotos in Farbe und Schwarzweiß SYNEMA Publikationen, Wien 2016

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